Iai-Jitsu

Musō Jikiden Eishin-Ryū Iai-Jitsu ist ein sehr alter, seit seiner Entstehung im 16. Jahrhundert in Japan lückenlos überlieferter Samurai- S chwertkampfstil des Koryu. Er zählt mit seinen verschiedenen Unterstilen zu den am weitesten verbreiteten heute noch praktizierten Stilen im Iaijutsu und Iaido.

Im Tatsu Tora Kai praktizieren wir das seit 450 Jahren überlieferte Muso-Jikiden- Eishin-Ryu Yamauchi-Ha Iai-Jitsu, was bedeutet, dass unser Technik- und Übungsrepertoire (im Gegensatz zu „Iai-Do“) zusätzlich zu den Kata (Formen) auch Anwendungen und Partnerübungen beinhaltet.

Dennoch ist ein sehr wichtiger Bestandteil dieses zweitältesten japanischen Schwertstils der meditative Aspekt des Übens, das Formen und Reifen des Geistes und der Persönlichkeit.

Die Geschichte dieser Schule lässt sich lückenlos gut 450 Jahre zurückverfolgen:
Hayashizaki Jinsuke Minamoto Shigenobu, der aufgrund seiner maßgeblichen Wirkung und Einflüsse als der Begründer des Iai-Jitsu und Iai-Do im Allgemeinen gilt, begründete die Eishin Ryu- Schule unter der Bezeichnung „Shimmei Muso Ryu Batto-Jitsu“ im 16. Jahrhundert. Er wurde im Jahre 1546 in einer Samuraifamilie in Okushû Dewa in der Provinz Sagame geboren. Seine Schüler nannten diesen auch, nach ihrem Begründer, Hayashizaki Muso Ryu. Unter seinem Einfluss und dem seiner besten Schüler entwickelten sich später verschiedene Iaido-Schulen.

Aufgrund seiner historischen Bedeutung und Leistung wird Hayashizaki Jinsuke Minamoto Shigenobu eit seinem Tod im Hayashizaki-Schrein in Murayama-shi in der Präfektur Yamagata als Shinto-Gott verehrt. Er war der erste Großmeister dieser alten Schule, und seine Techniken wurden von Beginn an bis zum heutigen Tage lückenlos direkt weitergegeben.

Ein bedeutender Meister dieses Stils, der 7. Großmeister Hasegawa Mondonosuke Eishin (*1716), ergänzte das Technikspektrum um einige selbstentwickelte Techniken und veränderte den Namen des Stils zu Muso Jikiden Eishin Ryu. Nach dem 11. Großmeister und Stilvertreter Oguro Motoemon Kiyokatsu spaltete sich eine Seitenlinie von Muso Jikiden Eishin Ryu ab, die heute als Vorläufer einer weiteren großen Iaido-Schule, des Muso Shinden Ryu, gilt.

Gründer:Hayashizaki Jinsuke Shigenobu
(林崎甚助源の重信, 1546 – 1621)
2. Großmeister:Tamiya Heibei Shigemasa (*Ende des 16. Jhdts.)
3. Großmeister:Nagano Muraku Nyudo Kinrosai
4. Großmeister:Momo Gumbei Mitsushige
5. Großmeister:Arikawa Shozaemon Munetsugu
6. Großmeister:Banno Dan’emon no Jo Nobusada
7. Großmeister:Hasegawa Chikaranosuke Eishin (Hidenobu)
(長谷川主税助英信, 1716 – 1736)
Umbenennung des Stils in Muso Jikiden Eishin Ryu
Viele Technikfolgen aus der Chuden-Gruppe gehen auf ihn zurück.
8. Großmeister:Arai Seitetsu Kiyonobu
9. Großmeister:Hayashi Rokudayu Morimasa (1661-1732)
10. Großmeister:Hayashi Yasudayu Seisho (gest. 1776)
11. Großmeister:Oguro Motoemon Kiyokatsu (gest. 1790)
(Ab dem 11.Großmeister führten noch andere Schüler diese Schule in eigenen, parallel laufenden
Unterstilen weiter. Die hier beschriebene Richtung gründet sich auf den Tanimura-Ha.)
12. Großmeister:Hayashi Masu (Masa) no Jo Masanri (Seishi) (gest. 1818 oder 1815)
13. Großmeister:Yoda (Mansai; Manzo; Sansho) Yorikatsu (gest. 1809)
14. Großmeister:Hayashi Yadayu (Seiki) Masayori (Masataka)(gest. 1823)
15. Großmeister:Tanimura Kame no Jo Yorikatsu (Sugio) (gest. 1862)
16. Großmeister:Goto Magobei Masasuke (Seiryo) (gest. 1898)
17. Großmeister:Oe Masamishi (Shikei Roshu) (1852 – 1927)
Oe Sensei beeinflusste die Schule maßgeblich und führte die Bezeichnung Muso Jikiden Eishin Ryu endlich auch offiziell ein. Er reduzierte die Anzahl der Waza und strukturierte die verbliebenen innerhalb des Curriculum neu, indem er ein dreistufiges System einführte, das Omori Ryu als Shoden (erste Stufe, beinhaltet Techniken in Seiza), Hasegawa Eishin Ryu als Chuden (zweite Stufe, Tachihiza) und Okuden (Okuiai) als Dritte Stufe, sowie die Kumitachi-Waza beinhaltet. Zudem erweiterte und verbesserte er die Lehr- und Trainingsmethodik, indem er die Hayanuki- und Bangai- Formen integrierte und die Partnerübungsformen, Tachi uchi no kurai und Tsumei no kurai, einführte. Unter Oe Senseis‘ bedeutendsten Schülern spaltete sich die Schule erneut, diesmal in drei Stilrichtungen, auf. Neben dem Muso Jikiden Eishin Ryu Iaido und dem Muso Jikiden Eishin Ryu Iaijutsu Jikishin entstand zu dieser Zeit auch der Zweig des Eishin-ryu Iaijutsu Komei Jyuku, dessen Stilführer unsere Großmeister sind und hier im Weiteren genannt werden.
18. Großmeister:Yamauchi Toyotake
19. Großmeister:Kono Kanemitsu
20. Großmeister:Onoue Masamitsuv
21. Großmeister:

Sekiguchi Komei (Takaaki)
Großmeister Sekiguchi Komei lehrt regelmäßig auf Lehrgängen, mindestens ein Mal pro Jahr auch in Deutschland.

Fußnoten:

3 Kobujitsu: Waffenkünste (Überbegriff); die Silbe „Do“ („Kobudojitsu“) betont ergänzend den philosophisch-moralischen Aspekt innerhalb der jeweiligen Kampfkunst; es handelt sich also nicht um zwei unterschiedliche Begriffe / Bezeichnungen, sondern eher um Ausprägungen innerhalb einer Kunst

4 Iaijitsu / Iaijutsu: Waffenkunst mit dem japanischen Samuraischwert, wobei aber bspw. auch das nicht gezogene Schwert, die Saya (Schwertscheide) und der Sageo (jap. Schwertband) als Waffen verwendet werden

5 Kenjitsu: Oberbegriff für (ältere) japanische Schwertkünste; Betonung auf Techniken mit dem gezogenen Schwert, also im Vergleich zu Iaijitsu eher mit „Fechtkunst“ zu übersetzen

6 Jojitsu: Kampftechniken mit einem mittellangen (etwa 120cm langen) Hartholzstock

7 Hanbojitsu, in Japan auch Tanbojitsu: Waffentechniken mit dem kurzen Hartholzstock (etwa 90cm lang)

8 Kamajitsu: Waffentechniken mit der japanischen Sichel

9 Kumitachi: Partnerübungen (Fechtübungen) und vorgegebene Partnerformen, bei denen beide Übenden ein Schwert führen

10 Hayabusa Jojitsu: Variation des Jojitsu mit einem Hartstock spezieller Länge, etwas kürzer als der normale Jo (90 – unter 120 cm)

11 Bushido: moralischer Verhaltenskodex, ursprünglich Verhaltenskodex des Militäradels; wörtlich „Weg des Kriegers“ Jukucho: Stilgründer.

12 Das Rindajuku ist eine anerkannte, neue innere Niden Ryu -Stilrichtung. Verbildlicht man das Niden Ryu als Baum, so stellt das Rindajuku einen neuen Ast am Stamm des Niden Ryu dar.

 
 
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